Die Zeit der Chemotherapie

 

Irgendwann ist es soweit und Sie beginnen die Chemotherapie . Diese ist bei der Diagnose  Eierstockkrebs unerlässlich und unbedingt notwendig, da die Chemotherapie eine weitere wichtige und auch entscheidene Station Ihres medizinischen Behandlungsplans ist, um Ihnen noch mehr Lebenszeit und LebensQualität zu geben oder Sie gar zu heilen! 


Vorher haben Sie alle Fragen mit Ihrem Arzt durchgesprochen und auch alle Fragen dazu vollkommen verstanden,  sodass Sie nun alle drei Wochen eine Infusion erhalten können. Sie bekommen generell vier bis sechs Zyklen. (In seltenen Fällen nur vier Zyklen). Studien haben gezeigt, dass sechs Infusionen oft den besten Effekt auf die Krankheit haben. In seltenen Ausnahmen wird allerdings auch anders verfahren, dies ist aber sehr von dem individuellen Befund abhängig.

 

Erkenntnisse vom ASCO Treffen in Chicago - 2016,  zeigen, dass es extrem schlau ist, seinen Körper auf die Chemotherapie gut und konsequent VORZUBEREITEN !!

 

Diese Erkenntnisse in einem Satz kurzgefasst: Trainieren Sie vorab für Chemozeit! 

Bereiten Sie sich durch ein gutes und angemessenes, leichtes- aber tägliches Sportprogramm und eine hochkalorische Diät/Ernährung - auf die Chemotherapie vor !! Eine Ernährungsberatung wird von der Krankenkasse übernommen.

 

 Video /  zum Thema- Vorbereitung auf die Chemotherapie:

 https://vimeo.com/172553434

 

 

Eventuell haben Sie schon einen Port gelegt bekommen.


Dieser hilft Ihnen, ihre Venen im Arm zu schonen, denn sie bekommen von nun an, alle drei Wochen die Chemotherapie und zusätzlich jede Woche, eine Blutabnahme, um Ihre Werte engmaschig zu kontrollieren. Das ist sehr wichtig und belastet, durch den zusätzlichen Stich, ihre Venen an den Armen enorm. Haben Sie jedoch einen Port, kann nun auch die Blutentnahme über diesen erfolgen. Zudem ist der Port auch nützlich bei einer RezidivSituation, wenn Sie also erneut einen weiteren Chemotherapiezyklus erhalten sollen.

Aber Achtung: Es ist nicht immer erforderlich einen Port zu haben, da es sehr auf die Zytostatika, also die Medikamente die Sie bekommen sollen, ankommt.

Vergessen Sie nicht, Sie selbst entscheiden, was mit Ihnen passiert und was mit Ihnen gemacht wird. Wenn sie einen Port wünschen, werden Sie auch einen bekommen! Wenn nicht....dann nicht! Wie gesagt, eine Chemotherapie funktioniert auch ohne Port, es kommt aber auf das Medikament und ihrem individuellen Befund an.

 

 

Was kann ich Ihnen sagen? Es ist nicht schön! Es macht keinen Spaß! Es ist komplett fremdbestimmt und fordert viel von Ihnen! 

ABER.......!   Sie schaffen das!!!    Es geht wirklich!!!    Man kommt da durch! 

Es hört sich komisch an, aber...machen Sie sich den Chemotherapietag zu IHREM "WELLNESS-TAG"!

Bereiten Sie den Tag der Chemotherapie nach Ihren Wünschen vor! 

Nehmen Sie sich ggf. jemanden mit zur Chemotherapie! Eine Person die Ihnen gut tut! Jemand der ganz bei Ihnen ist und der Sie unterhalten kann, aber auch schweigen kann! Jemanden, dem Sie vertrauen und der Ihnen nahe steht, mit dem Sie reden können, bei dem Sie schweigen können! Vielleicht ein Angehöriger, eine Freundin oder Freund, Kollegen oder Nachbarn! Alles ist möglich! Sie entscheiden!

 

Tun Sie an diesem Tag wirklich nur das, was Sie brauchen. Denn das wird sich in Ihrem Gehirn positiv verankern und nimmt den folgenden Chemotherapien den Schrecken und die Angst! Und es hilft Ihrer Zuversicht und Ihrem Genesungserfolg!

Sorgen Sie ggf. auch dafür, dass Ihnen jemand Ihr Lieblingsgericht kocht oder hinstellt oder besorgt, sodass es da ist, wenn Sie nach ca. 4-6 Stunden nach Hause kommen.
Sie müssen nichts essen, Sie können aber! Und es sollte Ihnen unbedingt gut schmecken!


Auch während der Chemotherapie können Sie essen und trinken was Sie wollen! Besorgen Sie sich Ihre LieblingsLebensmittel und nehmen Sie diese zur Chemotherapiegabe mit! 

Wichtig ist jedoch, dass Sie lernen, in dieser ganzen ChemotherapieZeit unheimlich viel zu trinken! Gerne 2-4 Liter! Pro TAG! 
Das tut Ihrem Stoffwechsel gut und erleichtert Ihnen die Chemotherapie und sorgt für eine gute Verdauung.

 

Sie können sich am Therapietag zur Chemotherapie durch einen Freund bringen lassen oder mit einem Taxi bringen und abholen lassen! Das zahlt Ihre Krankenkasse. Den Taxischein erhalten Sie von Ihrem Arzt! Sie selbst sollten nicht fahren! 

Wo läuft die Chemotherapie ab?

Es gibt viele Unterschiede, wo Sie sich die Chemotherapie geben lassen können.
In der Regel bekommen Sie die Chemotherapie in dem Krankenhaus, indem Sie operiert wurden! Das ist gut und schlau, denn der dortige Arzt kennt Sie und Ihren Befund sehr genau!

Sie können jedoch auch eine Klinik in Ihrer Nähe wählen, sofern eine onkologische Station vorhanden ist. Das ist genauso in Ordnung und ist von der Fahrstrecke oder Ihrer Logistik unter Umständen praktischer.

Eine weitere Möglichkeit ist, eine onkologische Praxis zu wählen! Diese Praxen sind oft schön klein und intimer als ein Krankenhaus, hier erfahren Sie oftmals eine etwas individuellere Betreuung.


Vergessen Sie nicht, auch die innere Einstellung macht etwas mit Ihnen.

 

Je positiver und zuversichtlicher Sie in die Chemotherapie gehen, desto milder können auch die Nebenwirkungen sein! Machen Sie es sich daher schön an diesem und den folgenden Tagen und scharren Sie die Menschen und Dinge, die Ihnen gut tun, um sich.

Das Thema Nebenwirkungen 

Nebenwirkungen sind in ihrer Intensität in Abhängigkeit der Medikamente und ihrer spezifischen Wirkung unterschiedlich ausgeprägt. Nikotinkonsum, Alkohol ( sollten Sie unbedingt lassen) oder viele weitere und zusätzliche Medikamente können die Wirkung von Zytostatika verändern. Wirkungsabschwächung oder Verstärkung der Nebenwirkungen sind die Folge.  

Am häufigsten sind : 

Veränderungen des Blutbildes  mit Abfall der Leukozyten (weißen Blutkörperchen). Dies wird erst ein paar Tage nach der Gabe messbar und evtl. spürbar. Ist der Abfall sehr stark, besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Auch die roten Blutkörperchen und Blutplättchen können abfallen, die Transfusionen von Erythrozyten (roten Blutkörperchen) oder Thrombozyten (Blutplättchen) kann bei schweren Reaktionen notwendig werden. Zur Stimulation der weißen Blutkörperchen können Ihnen zu einem gewissen Zeitpunkt von Ihrem Arzt Wachstumsfaktoren  (Neupogen®, Neulasta®) gegeben werden. Das Immunsystem wird in der Regel nicht dauerhaft unterdrückt. Stammzellen sorgen für Nachschub aus dem Knochenmark.. Gesunde, ausgewogene Ernährung und angepasstes Bewegungstraining fördern zudem die Blutbildung.

Schleimhautentzündungen: Eine gute Mund-, Nasen- und Zahnhygiene ist wichtig, Mundspülungen mit Kamillen-  oder Salbeitee sind hilfreich. Nasenduschen beugen zudem Infektionen vor. Kaufen Sie hier unbedingt Zahnpasta ohne jeglichen Geschmack und Emsersalz oder ähnliches für die Spühlungen. Gerade in der kalten Jahreszeit um Infektionen vorzubeugen! 

Schädigung von Herzmuskelzellen: Es kann zu Herzrhythmusstörungen und einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) kommen. Besonders  häufig tritt dies bei Gabe von Medikamenten aus der Gruppe der Anthrazykline (Antitumorantibiotika) auf, daher darf eine Gesamtdosis nicht überschritten werden. Die herzschädigende Wirkung kann durch Antikörpergabe (Herceptin®) verstärkt werden. Ultraschalluntersuchungen des Herzens (Echokardiographie) sind daher erforderlich.

Durchfall: Bei erheblichem Flüssigkeits- und Salzverlust müssen Ihnen Medikamente gegeben werden.  Die Kost sollte angepasst werden. ( Elektrolyten, Salzstangen etc) 

Verstopfung: Häufig sind die begleitende Medikamente gegen Übelkeit und Schmerzen für die Verstopfung verantwortlich. Eine erhöhte Trinkmenge ( Tee oder Wasser) ist unbedingt erforderlich oder/und milde abführende Medikamente. Bewegung regt die Darmtätigkeit zudem auch an. Gehen Sie ruhig ein wenig Spazieren oder treiben Sie leichten Sport! Ich selbst habe mir Walkingstöcke in dieser Zeit zugelegt und walke und jogge seit dem täglich! 
Siehe hierzu auch hierzu die gesonderte Rubrik !

Appetitlosigkeit: Insbesondere ist während einer Chemotherapie eine gute Versorgung mit Nährstoffen wichtig, gerade Eiweiß und gute Fette sollten Sie jetzt reichlich zu sich nehmen, da gesunde Zellen nachgebildet werden müssen. Außerdem sollten Sie überhaupt nicht an Gewicht verlieren! Beachten Sie daher auch, dass Sie Anspruch auf eine Ernährungsberatung haben. Es gibt bestimmte Ernährungspläne extra für Krebspatienten und Chemopatienten. Nutzen Sie das aus! Und machen Sie sich einen Termin mit einer Ernährungsberatung. 

Übelkeit und Erbrechen: Begleitende Medikamente vor der Chemotherapie können Übelkeit und Erbrechen sehr wirksam unterdrücken. Sie sind daher ein fester Bestandteil der Therapiekonzepte und den verabreichten Medikamenten angepasst. Die Unterdrückung von Übelkeit und Erbrechen muss gut gelingen, da sonst manchmal schon nur bei dem Gedanken an die Therapie reflexartig Übelkeit einsetzt und diese  häufig über Tage anhält. Jedoch auch nach ein paar Tagen wieder vergeht! Allerdings ist es äußerst unangenehm und schwächend! Also nehmen Sie lieber die Medikamente, die diese Nebenwirkung unterdrücken! Ich rate ihnen dringend dazu, sofern Sie diese gut vertragen! 

Harnblasenentzündung: Da einige Zytostatika eine Entzündung der Harnblase verursachen können, werden prophylaktisch entsprechende „Gegenmittel“ verabreicht.

Fatigue,  Chemobrain:  Erschöpfung und Müdigkeit können durch die Veränderung der Blutzellen ausgelöst werden. Viele Patienten leiden an diesen Erscheinungen der Müdigkeit oder der Vergesslichkeit, oft  noch lange nach Abschluss der Therapie. Die Behandlung des Fatigue-Syndroms ist wichtig, da die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt ist. Auch hier hilft es sich zu bewegen und an die frische Luft zu gehen! Gehen Sie gegen an! Versuchen Sie sich jeden Tag draußen zu bewegen. Zudem kann Ihnen der Arzt noch ein Cortisonhaltiges Medikament mitgeben. Das putscht Sie auch auf, hat aber auch wiederum seine Nebenwirkung. 

Haarausfall: Viele, aber nicht alle Zytostatika, führen zu vorübergehendem Haarausfall. Dies stellt oft eine große psychische Belastung dar. Zudem sind neben Kopfhaaren auch Augenbrauen, Wimpern und Schamhaare betroffen. Es kann hilfreich sein, sich auf diese Veränderung vorzubereiten, z.B. durch das Aussuchen einer Perücke oder Haarbands oder die Ausstattung mit Mützen und Tüchern und oder einem Schminkkurs bei zB Douglas!!! Aktives, offenes Umgehen hilft Ihnen, diese Phase gut zu überstehen. Der Haarausfall setzt meist 2-3 Wochen nach der 2-3 ChemoBehandlung ein. Das erneute Wachstum der Haare zeigt sich häufig bereits nach ca 6 Wochen nach der letzten Chemo!

Haut- und Nagelveränderungen: Manche Zytostatika führen zu einem Hand-Fuß-Syndrom. Diese Veränderung tritt wahrscheinlich auf, weil sich bestimmte Substanzen der Medikation ablagern und zu einer Schädigung führen. Besondere Hautschutzpräparate sollten frühzeitig eingesetzt werden.  Auch Hauttrockenheit ist ein häufiges Problem. Juckreiz tritt dabei gehäuft auf. Kaufen Sie sich hier reichhaltige Cremes oder Körperfette und cremen Sie sich gut überall an den trockenen Stellen ein! 

Nerven- und Empfindungsstörungen, Muskelschwäche:  Einige Zytostatika können zu einer Nervenschädigung führen. Diese macht sich insbesondere an den sensiblen Nerven der Hände und Füße bemerkbar. Es kommt zu Taubheitsgefühlen, verändertem Tastempfinden oder brennenden Schmerzen. Die Feinmotorik kann gestört sein, so dass es zu Schwierigkeiten bei der Arbeit mit den Händen kommt. Die Verletzungsgefahr ist erhöht. Manchmal ist sogar der Einsatz von Schmerzmitteln notwendig. Diese polyneuropathischen Beschwerden bilden sich meist langsam zurück. Manche Zytostatika führen jedoch zu irreversiblen Schäden, so dass bei ersten Anzeichen die verantwortliche Medikation abgesetzt werden muss. Zur Verbesserung polyneuropathischer Beschwerden ist ein ergotherapeutisches Sensibilitätstraining nach der kompletten Therapie hilfreich sowie die lokale Anwendung von Vitamin B mit Hilfe der Iontophorese. ( leichte Elektrostimmulation)) Auch Medikamente (z.B. Gabapentin, Pregabalin (Lyrica®), Alphaliponsäure) können eingesetzt werden. Eine neue Creme mit dem Namen Mapisal kann hier sehr hilfreich sein.

Während der Chemotherapie sollte die direkte Einwirkung von Sonnenlicht vermieden werden, da die Sonnenlichtempfindlichkeit erhöht sein kann.



Welche Nebenwirkungen auftreten, ist von der Auswahl der Zytostatika abhängig. Erkundigen Sie sich also vorher, welche Ihnen gegeben werden. Fragen Sie Ihren Arzt vorab, nach den bekannten und häufig auftauchenden Nebenwirkungen und besprechen Sie alles, sodass Sie sich im Vorfeld schon vorbereiten können.

Zu Erwähnen ist noch, dass die Intensität der Nebenwirkung oft nicht vorhersehbar sind  - und auch sehr von der individuellen Stoffwechselfunktionen abhängig ist. Ein gutes „Nebenwirkungsmanagement“ im Voraus hilft, die Behandlung optimal durchführen zu können und die körperliche und auch die seelische Belastung, sowie das Gedankenkarussel in Grenzen zu halten. 

Im Rahmen der Anschlussheilbehandlung/Rehabilitation nach einer Chemotherapie, können die Störungen, die auftreten können, gezielt und gut behandelt werden - und so Ihre Regeneration und Genesung,  gezielt reaktiviert werden. 

Ich rate Ihnen dringend zu einer zügigen Anschlussheilbehandlung bzw. Reha, in einer, auf Ihre Bedürfnisse, spezialisierte Klinik!

Sprechen Sie hierüber mit dem Sozialdienst des Krankenhauses oder direkt mit Ihrem Arzt! 

 

Die Anschlussheilbehandlung/Reha ist eine weitere Station in der Gesamttherapie Ihrer Erkrankung- und ist als solches sowieso für Sie vorgesehen. 


 

Hier erreichen Sie

den Verein:

 

 Eierstockkrebs Deutschland e.V.:

 

Jederzeit per Mail:

info@eskd.de

 

Telefonsprechzeit

Montag

12.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Donnerstag

14.00 Uhr bis 16.00 Uhr

 

 

Unsere kostenlose

Telefonnummer:

0800/58 925 63

 

 

Post- und Besucheradresse:

Haart 19a

24534 Neumünster

 

 

Unsere Bankverbindung:

 

Eierstockkrebs Deutschland e.V.

Volksbank - Raiffeisenbank eG

IBAN:

DE 16 2146 3603 0003 2090 59

BIC GENODEF1NTO

 

 

 

 

 

 

Das Besondere in Neumünster:

 

Ein individuelles Beratungsgespräch zur Erkrankung KREBS:

 

Um mit uns ein Beratungsgespräch zu führen, mailen Sie uns bitte oder rufen Sie uns für die Termin-absprache einfach an. Das persönliche Gespräch findet dann in unseren Geschäftsräumen, im Haart 19a, Praxisnetz NMS, statt.

 

Mail: info@onkolotse-nms.de

 

 

 

 

Schauen Sie hier den Film

über unseren Chor: 

https://www.youtube.com/watch?v=K37k7E36Pa8&feature=youtu.be

 

 

 

 

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